Der stellenwert des klosters Kovilje

Das Kloster Kovilje befindet sich im Dorf Smiljevac, unterhalb des Berges Javor, am rechten Ufer des Flusses Nošnica, in einer Ortschaft, die den Namen des uralten Mönchenheiligtums trägt. Es gibt keine Angaben zu seiner Entstehungszeit, die hochwertigen Schriften zeugen doch von siener langen und reichhaltigen Geschichte, der Niederlage und dem Wiederaufbau.
Im Kloster sind zwei Kirchen aus unterschiedlichen Zeitperioden, die in eine einzigartige Architektureinheit zusammengefügt sind, zu finden. Die ältere Kirche war in einer Uferhöhle am Fuß eines Bergkamms Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts aufgebaut worden. Sie war von den Mönchen-Einsiedler für eigene Bedarfe auf der Suche nach schwer erreichbaren, ruhigen und öden Gegenden aufgebaut worden, indem sie eine Uferhöhle–eine niedrige Höhle an einer Felsenklippe eines steilen Ufers ausnutzten, bei welcher sie ein kleineres Kloster einrichteten.  Es handelte sich um eine Skite–Askytirion, worunter man den höchsten Grad der monastischen Anstrengung und Weihe verstand, der sich früh in der Byzanz entwickelt und sich in andere Gebiete des riesengroßen Reichs im Mittelalter herausgebreitet hat.
Die Höhlenkirche, den heiligen Erzengeln geweiht, wurde als Gottestempel im Kloster von Eremiten,  den niedergelassennen Einsiedlern in den nah gelegenen Mönchszellen, die, laut den aufbewahrten Quellen, an die Felsenklipe gebaut worden waren. Das nördliche, teilweise auch das westliche und das östliche Gemäuer der älteren Kirche von Kovilje unwesentlicher Größe wurden in einem Heidefelsen ausgehöhlt, während die anderen Teile aus Bruchstein und mit Bindemittel aus Kalkmärtel erbaut wurden. Die Konstruktion ihres halbrunden Gewölbes wird von den drei hinzugebauten Pilastern an den Seitenwänden sowie den über ihnen sich erhebenden Bogen getragen.  Der restliche von der Kirche geborgene Höhlenraum wurde als Einsiedelei, den Feuerspuren, dem Feuerplatz, den Bruchteilen der Heizungskeramik und anderen Gebrauchsgegenständen aus Keramik und Metall nach, in Anspruch genommen.   Die älteste Erwähnung des Klosters Kovilje und seiner Höhlenkirche im “Vermerkbuch von Kruševo“ (Kruševski pomenik) geht auf das Jahr 1606 zurück.
Die verödete monastische Familie und die teilweise eingestürzte Kirche wurden vom Metropoliten von Raška, Gavrilo, im 1644 angetroffen. Dieser  erzählt davon in einer Aufschrift, die er im Jahre 1651 auf einer Seite des Vierevangeliums eingab.  Nachdem er dieses altwallachische Heiligtum erneut hatte, schenkt der “letzte Vertreter der großen Kirche von Peć“ das oben erwähnte Buch  der wiedererrichteten Bruderschaft, mit welcher er selbst im Kloster eine gewisse Zeit verbringt. Laut dieser Aufschrift soll er neben der Erneuerung der Kirche der heiligen Archistrategen Michael und Gabriel  “auch eine dem heiligen Nikolaus geweihte Kirche errichtet, einige Mönchszellen und Wassermühlen erneut, des Klosters Grundstücke, die verödet und unbekannt waren, befreit, einige Äcker und Wiesen abgekauft und diese der heiligen Familie gespendet haben“. Als Patriarch von Peć (1648–1655),  verschaffte Gavrilo für seine Stiftung die besten Künstler dieser Zeit, die die inneren Wände  der beiden Kirchen bemalten und ihre Altartrennwände mit Ikonen verzierten.
In den Jahrzehnten der türkischen Besatzung erlitt das Kloster die türkischen Angriffe, Verheerungen, Plünderungen und Zerstörungen. Trotz der ungünstigen Umständen vollzog sich darin in der Flaute das monastische Leben, während die aufbewahrten Daten von einer Alphabetisierungsschule zur Ausbildung von Lehrern, Priestern und Mönchen berichten. Anfang des 19. Jahrhunderts, in Abwesenheit der Mönchen, wurde das Kloster zur Pfarrkirche. Vielen Elenden, Kriegsauseinandersetzungen, Auswanderungen der Bevölkerung sowie Ersätzen von Priestern widerstehend, verödete das Kloster Anfang des 20. Jahrhunderts, mit Gleichgültigkeit und Stille der öden Gegenden verhüllt. Dank den Bemühungen der beharrlichen und eifrigen Einzelnen, die fast in Vergessenheit geratenen Werte und Jahrhunderte der Lebensdauer aufzubewahren, ist das Kloster Kovilje Anfang des neuen Jahrtausendes aufgehoben und wieder besiedelt worden, zuerst mit Mönchen und danach mit Nonnen, die unermüdlich die große Erneuerung seiner Kirchen, den Bau des Gästehauses und die Einrichtung der Klostergrundstücke durchsetzen.  Die geistliche Erneuerung dieses uralten Heiligtums, das in den dichten Wäldern einer Mulde an den Hängen der entgegengesetzten Berge Javor und Golija geborgen liegt, wird auch  Forschung und Erkenntnis von vielen mit der Zeit vernachlässigten und unbekannten Werten gewährleisten sowie ihre würdige Darstellung und Aufbewahrung.

 

Der Stellenwert der Klosterkirchen in Kovilje im Gebirge Golija überschreitet bei  weitem die bisher  angesehenen  Kulturdenkmäler, die zu den meisten für die Kultur der  Republik Serbien  bedeutenden gehören.

Serbisches orthodoxes Kloster Kovilje
Serbien, Diözese von Žiča
32 250 Ivanjica, Serbien
Der Besuch des Klosters ist täglich von 8 – 18 Uhr möglich.
Telefon:+381 32 760 020
E-Mail: manastirkovilje@gmail.com